Terassenstrahler

In vielen Städten bereits zum alten Eisen geschoben, feiern sie jetzt ein Comeback: Terrassenstrahler. Nachdem durch die Covid-19-Pandemie viele Gastronomen Sondergenehmigungen bekommen haben, um ihre Freisitze zu vergrößern, steht auch das Verbot der Terrassenheizer auf dem Prüfstand. Diese Geräte ermöglichen es Restaurants, Bars und anderen Gastronomiebetrieben, die Umsatzeinbußen abzufedern, die durch die Einhaltung der Abstandsregeln in Innenräumen entstünden. Im Folgenden erfahren Sie, welche Eigenschaften Terrassenheizstrahler haben und worauf beim Kauf zu achten ist. 

Terrassenstrahler kaufen

Was ist ein Terrassenstrahler?

Beim Terrassenstrahler ist der Name Programm: Es handelt sich um ein Gerät, das für Wärme in Außenbereichen sorgt. Wenngleich die private Terrasse ein möglicher Einsatzort ist, finden sich viele Terrassenheizer auf Freisitzen und in Biergärten. Damit ermöglichen Sie es Gästen, auch bei kühleren Temperaturen im freien zu sitzen. 

Die ersten Terrassenheizstrahler kamen Anfang der 2000er nach Deutschland. Ein findiger Geschäftsmann hatte die Geräte auf einer Reise durch Skandinavien entdeckt. Dort hat der Heizpilz, wie die Heizstrahler aufgrund ihrer Form genannt werden, seinen Ursprung. 

Meist werden Terrassenheizer mit Gas betrieben. Dieses wird verbrannt und erhitzt ein Lochblech. Das Blech sendet dadurch Wärmestrahlung aus, welche die Umgebung wärmt. Damit nicht zu viel Wärme ungenutzt nach oben entweicht, haben die Geräte einen schirmartigen Reflektor. Dieser lenkt die Wärmestrahlung so um, dass sie zu den Seiten abstrahlt.

Neben der “klassischen” Bauform haben sich im Laufe der Jahre andere Designs entwickelt. So existieren Standheizstrahler in Pyramiden- und Kegelform, kompakte Terrassenheizer, die hüfthoch sind sowie elektrisch betriebene Infrarotstrahler. 

Rechtliche Situation

Um Terrassenstrahler ist eine hitzige Debatte entstanden. Bereits im Zusammenhang mit dem Nichtraucherschutz, der im Jahr 2007 mit verschiedenen Gesetzen auf Bundes- und Länderebene gestärkt wurde, hatten die Geräte Konjunktur. Damals schafften viele Kneipen, Bars und Restaurants Terrassenheizer am, um Raucher vorm Frieren zu schützen. 

Dadurch nahm die Zahl von Terrassenstrahlern in kurzer Zeit stark zu. 

Weil die Geräte im Freien betrieben werden, geht die Wärme schnell verloren. Deshalb mehrten sich mit der Zahl der Heizpilze auch die kritischen Stimmen. Viel zu viel Energie würde für die Erwärmung von Außenflächen verschwendet, war eines der Argumente. 

Deshalb haben viele Kommunen den Einsatz der Terrassenheizer verboten. So gilt bspw. in Nürnberg ein Verbot für Terrassenheizer. In anderen Kommunen, etwa Berlin, ist der Einsatz genehmigungspflichtig. Aufgrund der unvorteilhaften Energiebilanz werden die Anträge jedoch meist abschlägig beschieden.

Im Rahmen der Corona-Pandemie stehen diese Regelungen auf dem Prüfstand. Der Umstand, dass das Ansteckungsrisiko im Freien deutlich geringer ist, sowie die Einschränkungen durch Abstandsregelungen könnten ein Comeback für den Terrassenstrahler bedeuten. 

Die private Nutzung im Garten ist und war nicht verboten. Die Verbote bezogen sich auf Gaststätten, Eventlocations und Schankwirtschaften. 

Terrassenstrahler: Unterschiedliche Typen

Beim Betrieb von Terrassenstrahlern gibt es zwei Energiequellen: Gas oder Strom. Somit können Interessierte zwischen diesen bei Typen wählen.

Gasheizstrahler

Enders TerrassenheizpilzDie weiter verbreitete Betriebsart ist Gas. Dabei Nutzen die Terrassenstrahler ein Propan-Butan-Gemisch zum Betrieb eines Brenners. Dieser hat – je nach Modell – eine Leistung von bis zu 14.000 Watt. Der Brenner erzeugt die Wärmestrahlung, die je nach Design des Strahlers unterschiedlich abgegeben wird. 

Gasheizstrahler haben meist eine höhere Leistung gegenüber Modellen, die mit Strom arbeiten. Dadurch kann ein einzelnes Gerät eine größere Fläche beheizen. Durch die Betriebsart sind die Gas-Terrassenheizer unabhängig von der Stromversorgung und können frei auf der Terrasse platziert werden. Die Gasversorgung erfolgt über handelsübliche Gasflaschen, wie sie etwa im Baumarkt erhältlich sind.

Die Stärke der Flamme kann bei vielen Modellen reguliert werden. Dadurch kann der Verbrauch gesenkt werden, wenn der Strahler nicht auf voller Leistung laufen muss.

Bei den gasbetriebenen Terrassenheizern gibt es zudem verschiedene Bauarten. In unserer Übersicht über Gasheizstrahler erhalten Sie weitere Informationen darüber, welche Modelle und Formen es gibt.

Elektro-Heizstrahler

StandheizstrahlerNeben den gasbetriebenen Modellen existieren elektrisch betriebene Terrassenheizer. Hier nutzen die Geräte elektrische Energie, um die Wärme zu erzeugen. In vielen Fällen werden Quarzglasröhren eingesetzt, die durch den Strom erhitzt werden. Weil die Wärmestrahlung bei den elektrischen Geräten im Infrarot-Bereich liegt, werden sie auch Infrarotstrahler genannt.

Elektro-Terrassenstrahler sind auf die Stromversorgung angewiesen und daher nicht frei aufstellbar. Zudem können sie von der Heizleistung nicht mit den Gasheizstrahlern mithalten. Deshalb braucht man, um die gleiche Fläche im Außenbereich zu beheizen, eine größere Anzahl von elektrischen Terrassenstrahlern. 

Auch im Hinblick auf den Klimaschutz bieten die elektrischen Modelle kaum Vorteil. Der Grund liegt hierbei im hohen Stromverbrauch der Geräte. Weil Strom hierzulande noch größtenteils aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, ist der Betrieb ähnlich CO2-intensiv wie bei einem Gasheizstrahler.

Bauformen für Terrassenstrahler

Neben der Betriebsart existieren unterschiedliche Bauformen für Terrassenheizer. Dabei geht die Vielfalt von Heizpilz über Terrassenfeuer bis zu beheizten Stehtischen. Wir stellen Ihnen einige Bauformen vor.

Heizpilz

Die “klassische” Variante des Terrassenstrahlers ist durch ihre markante Form zu ihrem Namen gekommen. Diese Modelle werden meist mit Gas betrieben. Der Brenner sitzt dabei am Kopf des Geräts und erhitzt ein ihn umgebendes Lochblech. Mit dem Reflektor am Kopfende wird die Wärme so abgelenkt, dass sie die Umgebung erreicht. 

Standheizstrahler

Andere Bauformen haben den Brenner nicht auf etwa 2 Meter Höhe, sondern bereits in Hüfthöhe. Dabei wird das Gas in einer großen Flamme verbrannt, die in einem Glaskolben o.ä. steckt. Die Geräte haben oft die Form einer Pyramide oder eines Kegels. Neben der Wärme, die sie ausstrahlen, sind die Modelle auch echte Hingucker.

Terrassenfeuer

Manche Terrassenheizer orientieren sich optisch eher an einer Feuerstelle. Diese Modelle sind niedrig und meist mit Gas betrieben, das in einer sichtbaren Flamme verbrennt. Die Geräte können wie ein Lagerfeuer von Stühlen umstellt werden und bieten so einen gemütlichen Ort zum Verweilen.

Tischheizstrahler

Eine besondere Bauform sind Heizstrahler, bei denen die Flamme bereits auf Fuß- oder Kniehöhe brennt. Diese Geräte verfügen über eine Tischplatte und fungieren dann sowohl als Stehtisch als auch Beinwärmer. 

Andere Formen

Neben diesen Bauarten gibt es Modelle, die an Wand oder Decke befestigt werden. Sie werden meist elektrisch betrieben und eignen sich besonders für kleinere Flächen, bspw. Balkon. 

Terrassenstrahler: Worauf beim Kauf zu achten ist

Wenn Sie einen Heizstrahler für die Terrasse oder den Garten erwerben möchten, gibt es einige Kriterien zu beachten. Wir geben Ihnen eine Übersicht, welche Eigenschaften Sie beim Kauf im Auge behalten sollten.

Betriebsart und Bauform

Zunächst sollten Sie sich überlegen, ob Ihr Terrassenheizer mit Gas oder Strom betrieben werden sollte. Gehen Sie dabei vom gewünschten Standort aus. 

Wählen Sie aus den vielfältigen Bauformen diejenige, die für Ihre Zwecke am geeignetsten ist. Für große Terrassen eignet sich der Heizpilz, für den Balkon eher ein kompakter Heizstrahler. 

Leistung und Verbrauch

Aus den Kennzahlen für die Leistung lassen sich Rückschlüsse auf die Fläche ziehen, die mit dem Gerät geheizt werden kann. Als Faustregel gilt: Je größer die Leistung (in Watt) ist, umso mehr Power hat der Heizstrahler. Gasbetriebene Geräte haben in der Regel eine deutliche höhere Leistung als Elektro-Terrassenheizstrahler.

Achten Sie beim Verbrauch darauf, dass sie die Gaszufuhr bzw. Leistungsaufnahme regulieren können. So stellen Sie sicher, dass die Geräte nicht unnötig Energie verbrauchen und schonen Ihren Geldbeutel.

Sicherheit

Stellen Sie sicher, dass die Geräte mit den nötigen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sind. Gas-Heizstrahler sollten ein Kippschutzventil haben. Dieses sorgt dafür, dass die Flamme erlischt, wenn der Strahler umfällt. Zudem sollte gewährleistet sein, dass es nicht möglich ist, sich an der Quelle der Wärmestrahlung zu verbrennen. Dazu muss der Glühkörper entweder durch ein Gitter abgeschirmt sein oder sich in sicherer Höhe befinden. 

Damit die nötige Standsicherheit gegeben ist, sollten Sie darauf achten, dass das Gerät einen massiven Standfuß hat. 

Qualität

Achten Sie auf die Qualität von Material und Verarbeitung. Sind die verwendeten Materialien hochwertig? Ist die Edelstahl-Oberfläche sauber verarbeitet? Hat der eingesetzte Brenner eine wertige Verarbeitung? Diese Fragen sollten Sie sich vor dem Kauf stellen. Mangelnde Qualität verringert die Lebensdauer des Heizstrahlers und stellt ein Sicherheitsrisiko dar.

Zubehör

Überlegen Sie, welches Zubehör für Sie von Interesse ist. Möchten Sie den Standort häufiger wechseln? Dann ist ein Terrassenheizer, der über Transportgriffe und -rollen verfügt, eine gute Wahl. Möchten Sie das Gerät im Winter im Schuppen verstauen? Ein einfahrbares Modell spart Platz. Wenn Sie eine Lagerung draußen favorisieren, sollten Sie über die Anschaffung einer Schutzhülle, die vor Wettereinflüssen schützt, nachdenken.

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